Ihre Ähnlichkeit mit dem Zapfen einer Kiefer (pin) gab der Pinot-Traube ihren Familiennamen. Noch heute nennt man sie in Teilen Frankreichs Pineau.   Pinot blanc, Pinot gris, Pinot noir oder Weissburgunder, Grauburgunder und Blauburgunder: die Pinot-Familie ist wohl unübertroffen, wenn es um das Verwirrspiel von Namen und Synonymen geht. Zum Hauptstamm zählen neben den drei Pinots noir, gris und blanc auch Auxerrois und Meunier, daneben soll es rund 100 entfernte Verwandte und Namensvetter geben. Den Pinot gris zum Beispiel nennt man im Burgund auch Pinot Beurot, an der Loire und im Schweizer Kanton Wallis pflegt er den Namen Malvoisie, im Elsass wird er seinem gehaltvollen Charakter gerecht mit dem Namen Tokay, in Deutschland hört er auf den Namen Ruländer oder Grauburgunder, in Ungarn Szürkebarát. Die Königin des Burgund Obwohl vermutet wird, dass die anspruchsvolle Pinot noir-Traube im Burgund schon im 4. Jahrhundert nach Christus heimisch war, spielt sie erst seit dem Mittelalter eine zunehmend wichtige Rolle. Mit ihrem jugendlichen Charme und ihrer grossartigen Reife stellt sie hohe Anforderungen an Boden, Klima und vor allem Vinifikation. Die Rebe ist krankheitsanfälliger als viele andere und wurde leider in den 70er und 80er Jahren nicht verschont vom Bestreben, Sorten mit höheren Erträgen zu züchten. Schade, denn es gibt kaum eine Traube, die bei guter Behandlung mit so viel Sinnlichkeit und Genuss, Frucht und diskreten Tanninen dankt wie die Burgunder. Pinot Chardonnay? Die Pinot blanc-Traube können auch Fachleute kaum von der Chardonnay unterscheiden. Diese Ähnlichkeit hat irrtümlicherweise zur falschen Bezeichnung Pinot Chardonnay geführt.