Im biologischen Landbau spricht man, neben den Schädlingen, auch von Nützlingen. Tiere, Pflanzen und Organismen, die sich positiv auf das Gedeihen der Kulturpflanzen auswirken. Im Rebberg geschätzt sind u.a. kleine Vögel wie Meisen oder Rotkehlchen (Amseln, Drosseln und Stare schaden nur bei der Traubenreife), sie fressen Insekten und wirken so als natürliches Insektizid! Aber auch unter den Insekten gibt es Nützlinge, beispielsweise die schädlingsfressende Raubmilbe oder der Marienkäfer. Zu den Nützlingen zählen aber auch Wanzen, Schlupfwespen, Tausendfüssler, Spinnen; es sind die Feinde des gefürchteten Traubenwicklers (Raupen). Gegen ihn wirken auch Bakterienpräparate wie Bacillus thuringiensis. All diese Nützlinge bekämpfen auf natürliche Weise Schädlinge im Rebberg wie Spinn- und Kräuselmilben, Springwurm, Erdraupen, Dickmaulrüssler und Schild- und Schmierläuse. Mäuse und Würmer lockern den Boden, der im Rebberg ja immer wieder verdichtet wird durch die maschinelle Bearbeitung mit Traktor, Pflug oder gar Erntemaschine. Als Nützling muss man aber auch die Begrünung bezeichnen; also die Pflanzen, welche zwischen den Reben wachsen. Denn sie bilden den Lebensraum für viele Nützlinge. Entfernt man die Begrünung, dann ist dadurch automatisch auch der Lebensraum dieser Tiere und Kleinstlebewesen bedroht. Kommt hinzu, dass die Begrünung auch anderweitig von grossem Nutzen ist; sei es als Stickstoffbinder, Bodenlockerer (Wurzeln), Kompost (abgestorbene Pflanzenteile und Mulch) oder auch als Schattenspender, welcher den Böden vor dem Austrocknen bewahrt.